Die Ausbildung als Detektiv ist bis heute rechtlich noch nicht geregelt. Im Prinzip kann jeder als Privatermittler tätig werden. Um den Beruf jedoch in adäquater Weise ausüben zu können, sind Vorkenntnisse höchstes Gebot. Die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD), die TÜV-Akademie, die IHK und private Ausbildungsinstitute bieten Ausbildungen an. Die Dauer der Ausbildung variiert zwischen einigen Monaten, bis zu 2 Jahren, wobei das Spektrum von kurzen Seminaren bis hin zu mehrjährigen Fernkursen reicht.

Zahlreiche Personen, die sich in diesem Arbeitsbereich bewegen, stammen auch aus artverwandten Berufen, wie beispielsweise Polizei, Zoll, Bundeskriminalamt, Bundeswehr oder arbeiteten bereits als Juristen.

Im Hinblick auf die Qualifikation sind bereits vorhandene Erfahrung in der Bedienung technischer Gerätschaften, wie Kamerasysteme, Videoüberwachungsanlagen usw. natürlich erwünscht und selbstverständlich gehören PC-Kenntnisse zum Anforderungsprofil eines Detektivs. Viel wichtiger ist jedoch die sogenannte „Weiße Weste“ des Bewerbers. Vorstrafen oder ähnliches passen nicht zu dem Berufsbild eines privaten Ermittlers, da diese eben gerade als Vertrauenspersonen agieren müssen.

Neben den bereits genannten Vorraussetzungen, sollten sie vor allem ausreichend Flexibilität mitbringen. Die Bereitschaft, auch außerhalb herkömmlicher Arbeitszeiten tätig zu werden, gilt als dringend erforderlich. Auch das Zurücklegen weiter Entfernungen und das Arbeiten an ständig wechselten Orten gehören dazu. Natürlich sollten sie auch über eine gültige Fahrerlaubnis verfügen, um beispielsweise Observationen per Pkw durchzuführen. Diese Observationen finden gegebenenfalls auch zu Fuß, mit dem Fahrrad, Mofa, Motorrad, Boot oder Flugzeug statt.

Verantwortungsbewusstsein und Durchhaltevermögen sind Grundvoraussetzungen, um als Detektiv zu bestehen und selbstverständlich erfordert es des Öfteren ein enormes Ausmaß an Geduld. Weniger der Einsatz einer ist Waffe entscheidend, als vielmehr der Gebrauch von Kopf und Verstand. Gesetze und Vorschriften müssen genauso bekannt sein, wie das Beherrschen von Observations- und Ermittlungstaktiken.

Um den Alltag eines privaten Ermittlers kennenzulernen und zu prüfen, ob der Beruf zu einem passt, ist es sinnvoll zunächst ein Praktikum in einer seriösen Detektei zu absolvieren. Hier besteht die Möglichkeit, den Beruf näher kennenzulernen. Das Aufgabenspektrum eines privaten Ermittlers reicht von Unterhaltsstreitigkeiten, Kindesrückführung, Ehebruch, Erbstreitigkeiten, Zeugensuche bis hin zu Versicherungsbetrug, Lohnfortzahlungsbetrug, Kapital- und Anlagebetrug, Patentverletzungen, Betriebsspionage oder der Bekämpfung von Schwarzarbeit.

Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt in eine Detektivausbildung zu investieren, sollte bedenken, dass heute nicht mehr nur Technik gefragt ist. Gerade in der Wirtschaft geht es mehr und mehr um Beratung und die Vermeidung unternehmenschädigender Zwischenfälle, also primär nicht um Ermittlungen, sondern um Vorbeugung. Nicht Observation und Verfolgungsjagden sondern eben beispielsweise Internetrecherche und das penible Zusammentragen von Fakten bilden den Mittelpunkt zahlreicher Ermittlungen und Beratungen.

Trotzdem bietet der Beruf des privaten Ermittlers auch heute noch ein facettenreiches und abwechslungsreiches Arbeiten, bei dem es natürlich auch zu aufregenden und spannenden und teilweise sogar gefährlichen Situationen kommen kann. Auch heute hat der Beruf noch etwas Geheimnisvolles, Abwechslungsreiches und Aufregendes. Das Treffen vieler unterschiedlicher Menschen, ständig wechselnde Einsatzorte und das Wissen, Menschen mit der eigenen Arbeit zu helfen, bildet für viele die grundlegende Motivation den Berufsweg des Ermittlers einzuschlagen.